What’s Wrong with John Galliano’s Brain?!

Als ich jung und voller Leidenschaft für Mode war, war John Galliano für mich das größte Idol aller Zeiten. Der charismatische, langhaarige, ultra-schwule, airbrush-gebräunte John Galliano. Ich schnitt jedes einzelne Foto seiner Shows aus den Stapeln alter Modemagazine meiner Mutter aus und klebte sie an meine Wände und in meine Sammelalben. Ich dachte, das würde “absolutely fabulous!” aussehen. Wie dem auch sei, nachdem ich seine letzte Kollektion auf der Pariser Fashion Week gesehen hatte, war ich einfach nur todtraurig und enttäuscht.

Nicht nur, dass ich begann, mein früheres Idol nicht mehr so sehr zu mögen, ich begann auch, an meinem eigenen Geschmack von vor elf Jahren zu zweifeln. Also musste ich mein Gedächtnis etwas auffrischen und mich daran erinnern, wieso ich seine Sachen so sehr mochte, bevor ich in die Pubertät kam.

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Also, beginnen wir chronologisch. Mr. Galliano (oder Juan Antonio Guillén, wenn ihr so wollt) wurde 1960 auf Gibraltar geboren und zog kurz darauf nach London. Er machte seinen Abschluss 1984 auf dem Central St. Martins College, mit einer fantastischen Kollektion namens “Les Incroyables”.

Das ist nett, oder? Aber okay, danach ging es so weiter: historisch inspirierte, bunte, extravagante, fast schon theatralische Outfits. Das ist die Zeit, die ich am meisten bewunderte (bitte denkt daran, dass ich zwischen 10 und 15 Jahren alt war).

Dann begann er, solche Sachen zu machen, aber auch damit könnte ich noch immer leben.

Aber, seht euch das an! Sommer 2010: et voilà!

Okay, klar, ich kann mir vorstellen, dass 25 Jahre als Designer eine lange Zeit sind. Ich bin mir sicher, dass es nicht immer einfach ist, jede Saison sein Bestes zu geben. Aber hey, ist das nicht bitteschön der Grund, warum Topdesigner Topdesigner sind? Genau so wie Topmodels, die auf jeder Show und jedem Foto großartig aussehen? Ist das nicht der Grund für all ihren Ruhm und ihre Berge an Geld? Vielleicht hat die Rezession in Johns Hirn Einzug gehalten. Die einzige andere Erklärung, die ich mir vorstellen kann, ist, dass Posh ihn in die Eier getreten und gezwungen hat, eine Kollektion zu entwerfen, die auch Becks tragen könnte.

Stell dir vor, deinen 25. Geburtstag in so einem Outfit zu feiern:

Nun, ich bin keine schrecklich egozentrische Person. Ich denke nicht, dass alles, was ich denke, richtig, und was die anderen denken, falsch ist. Das tue ich nicht. Ich könnte mir vielleicht vorstellen, dass diese Art von Schein/Airbrush-Muskeln unsere schwulen Mitmenschen ansprechen könnte. Da ich das hier nicht so ungeklärt stehen lassen wollte, rief ich sofort meinen besten Freund an – nennen wir ihn Stefan – der Mode studiert (und der zufälligerweise tatsächlich schwul ist), um ihn nach seiner Meinung zu fragen. Ich rief ihn an, stellte sicher, dass er vor seinem Computer saß und fragte ihn dann, ob er sich zu den folgenden Männern modisch ODER physisch hingezogen fühlte. Dann schickte ich ihm die obigen Fotos.
Es folgte eine lange Stille (ich bin sicher, dass war nur Ladezeit) und dann dieser Ausbruch hysterischen mädchenhaften und seltsam bösen Gelächters. Dann hörte es plötzlich auf und er antwortete so heterosexuell wie möglich: „NEIN. Die sehen aus wie Charaktere aus Streetfighter 32, in einer Zukunft, in der Gay Guidos das Monopol auf Schönheitsideale besitzen. Schick mir so was nie wieder! Schick mir das nächste Mal heiße Jungs. Okay, ich muss jetzt los. Bis nächsten Samstag!”
Also da habt ihr’s: John Galliano ist offiziell tot (für mich). Sogar die Schwulen denken so. Zeit zu diskutieren?

NINA BYTTEBIER

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